Schulprojekte
Kunst ist für mich kein rein kontemplativer Prozess, der im stillen Atelier verweilt. Sie ist ein lebendiges Werkzeug für soziale Interaktion und transkulturellen Dialog. In meinen partizipativen Schulprojekten und Fassandengestaltungen im Bildungsbereich nutze ich die Streetart und Urban Art als Brücke, um junge Menschen mit ihrem eigenen schöpferischen Potenzial und dem sie umgebenden Raum in Beziehung zu setzen.
Genau wie in meinen freien Studien und Skulpturen erforsche ich hier das Spannungsfeld zwischen innerer Identität und äußeren Strukturen. Jugendliche befinden sich in einer intensiven Phase der Transformation und der Suche nach dem eigenen, authentischen Ausdruck. Das gemeinsame Erschließen einer monumentalen Fläche – von der ersten digitalen Charakterstudie bis zum kraftvollen Farbauftrag an der Wand – bietet ihnen einen eigenen Resonanzraum.
Es geht mir in der Arbeit mit Schulen nicht um reines Dekorieren oder das bloße Vermitteln von Sprühtechniken. Es geht um Demokratisierung von Kunst, um die Aneignung des öffentlichen Raums und das Sichtbarmachen von Themen, die die nächste Generation tief berühren. In der kollektiven Zusammenarbeit verwandelt sich die starre Betonwand einer Institution in ein lebendiges Zeugnis von Freiheit, Individualität und Gemeinschaft.
Schulprojekt 2026:
Wandgestaltungmit der 4b der Schneeburgschule
Die Schneeburgschule wünscht sich schon lange eine neue Gestaltung ihrer Turnhallenwand. Wichtig ist, dass die Schüler:innen aus der Klasse 4b mitwirken dürfen und etwas über das Graffiti-Sprühen lernen können. Bei Schulprojekten ist es für mich selbstverständlich, dass wir GEMEINSAM ein Motiv entwickeln und dass die Werte, die Geschichte und die Identität der Schule mit einfließen. Also bin ich hin gefahren und wir haben uns zum Vorgespräch getroffen, um alle Einzelheiten zu klären.



Die Turnhalle neben der Schule
So sah die Turnhalle vor unserem Projekt aus. Das Motiv zeigte malerisch eingearbeitete Fußballtore. Diese sollten auf jeden Fall erhalten bleiben, damit die Kinder weiterhin Fußball gegen die Wand spielen können. Jede Klassenstufe hat dabei ein eigenes Tor.
Die Ideen der Schüler:innen
Die Klasse hat von mir eine Einführung in die Streetart- und Graffiti-Szene bekommen. Wir haben darüber gesprochen, was man mit Sprühfarben alles machen kann. Anschließend haben wir über das gemeinsame Motiv nachgedacht. Es sollte zur "Schneeburg" passen und Motive wie Ritter, Burg, Trolle, Drachen etc. mit aufgreifen.

Die Skizzen der Schüler:innen

Erstellung eines digitalen Entwufs aus den Skizzen der Schüler:innen
Meine Digitale Entwufsskizze greift die Ideen der Schüler:innen auf, fügt sie zu einem stimmigen Gesamtmotiv zusammen UND berücksichtigt die bisherigen Positionen der Fußballtore.
Anstrich und Vorzeichnung
Die Wand wird vorbereitet. Am Vortag des ersten Praxistags zeichne ich das Motiv und die einzelnen Konturlinien auf der Wand vor, damit die Schüler:innen es anschließend leichter haben, die Elemente auszumalen.


Es geht los!
Damit die Schüler:innen das teilweise sehr komplexe Motiv sprühen können, erhalten sie von mir eine Einführung in die Dosenführung und die benötigten Techniken. Auch zur Materialkunde und möglichen Gefahren, der Vermeidung von Arbeitsunfällen habe ich etwas erzählt.






























